Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort

Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort
Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort | Bild: Stadt Wiesbaden

Das Land Hessen hat städtische Flächen im Gewerbegebiet Petersweg ost in Wiesbaden gekauft, um dort einen zentralen Polizeistandort zu errichten. Der notariell beurkundete Kaufvertrag umfasst rund 24,5 Hektar und hat einen Kaufpreis von 52 Millionen Euro. Vertreter von Finanzministerium, Innenministerium und der Landeshauptstadt erklärten am 18. Dezember, der Erwerb schaffe die Voraussetzung für die Zusammenlegung derzeit auf drei Standorte verteilter Polizeieinheiten.

Kauf, Flächen und rechtliche Schritte

Die Flächen im Gewerbegebiet Petersweg sind bislang unbebaut und als Gewerbefläche ausgewiesen. Nach einer gemeinsamen Absichtserklärung Ende 2022 führte das Land Verhandlungen mit der Stadt. Die Stadtverordnetenversammlung hatte dem Verkauf am 20. November zugestimmt. In dieser Woche wurde der Kaufvertrag notariell beurkundet.

Nach Angaben der beteiligten Stellen legt der Erwerb die Grundlage für die weitere Planung des Projekts. Die Umsetzung ist in mehreren Abschnitten vorgesehen und soll sich bis weit in die 2030er Jahre erstrecken.

Welche Behörden ziehen zusammen und welche Ziele werden verfolgt

Am neuen Standort sollen das Hessische Polizeipräsidium für Technik, das Hessische Polizeipräsidium Einsatz und die Hochschule für Öffentliches Management und Sicherheit untergebracht werden. Die Zusammenlegung soll Arbeitsabläufe straffen, die Zusammenarbeit stärken und Synergien insbesondere in Aus und Fortbildung, Einsatzvorbereitung sowie in Entwicklung und Beschaffung polizeilicher Technik ermöglichen.

Finanzminister Alexander Lorz nannte den Kauf einen „grundlegenden Meilenstein auf dem Weg zur Zusammenlegung verschiedener vorhandener Standorte der Polizei“ und verwies auf kürzere Wege und bessere Abstimmungsmöglichkeiten für die Beschäftigten. Innenminister Roman Poseck bezeichnete die Bündelung als „bedeutenden Schritt hin zu zukunftsorientierten Sicherheitsstrukturen“ mit dem Ziel, Einsatzfähigkeit und Bürgernähe der Polizei zu verbessern.

Zeitplan, Stadtentwicklung und offene Fragen

Die Realisierung des Vorhabens ist als mehrstufiger Prozess geplant und wird nach Einschätzung der Behörden noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Das Projekt soll langfristig sowohl den Beschäftigten als auch der Sicherheit der Bevölkerung dienen.

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert Uwe Mende begrüßte die Schaffung von Flächen für die Hochschule und zwei Präsidien, verwies aber zugleich auf städtebauliche Folgen. Er sagte, die Bündelung schaffe „wichtige Spielräume für die Stadtentwicklung im Innenbereich“, räumte jedoch ein, dass der Verlust von Gewerbefläche am Petersweg für die Stadt schwer wiege. Mende forderte Unterstützung des Landes bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete.

Die beteiligten Ministerien und die Stadt sehen den Erwerb als Startpunkt für die weitere Planung. Konkrete Zeitpläne für Bauphasen und Kosten der weiteren Entwicklung wurden bislang nicht veröffentlicht.

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