
Mit einer konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 5. Februar, hat in Mainz Kastel das erste Kinderparlament seine Arbeit aufgenommen. Das Gremium besteht aus 16 gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus den dritten und vierten Klassen und ist als Pilotprojekt des Amtes für Soziale Arbeit angelegt.
Zusammensetzung und Aufgaben
Dem Kinderparlament gehören Schülerinnen und Schüler der Bertha von Suttner Schule, der Gustav Stresemann Schule, der Krautgartenschule sowie des Kinder und Jugendzentrums an der Reduit an. Koordiniert wird das Projekt von der Abteilung Schulsozialarbeit Kinder. Die Mitarbeitenden dieser Abteilung bereiten die Sitzungen gemeinsam mit den Schulen vor, begleiten die Treffen und unterstützen die Kinder fachlich und pädagogisch.
Das Gremium soll bis zu dreimal im Jahr tagen. Die Amtszeit beträgt ein Schuljahr, Wiederwahl ist möglich. Ziel ist es, Kinderbeteiligung frühzeitig in kommunale Entscheidungsprozesse einzubinden und demokratische Teilhabe praktisch zu vermitteln.
Rechte, Finanzierung und Unterstützung
Das Kinderparlament verfügt über Antrags, Rede und Vorschlagsrechte gegenüber der Gemeinde und dem Ortsbeirat. Diese Rechte sollen im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Für das Jahr 2026 sind Mittel aus dem Budget des World Design Capital Projekts Auf die Plätze los vorgesehen. Zusätzlich unterstützt der Ortsbeirat das Parlament mit einem eigenen Budget. Das Smart City Dezernat stellte technische Hilfe zur Verfügung.
Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte bei der Eröffnung, dass die gewählten Kinder mitreden, mitgestalten und ihre Ideen einbringen sollen. Sie sagte, die Meinungen der Kinder seien wichtig, weil sie am besten wüssten, was Kinder im Stadtteil brauchen. Becher nannte das Kinderparlament einen Baustein für eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft und kündigte an, entsprechende Mittel für den nächsten Haushalt anzumelden.
Entstehung, Ziele und Reaktionen
Die Gründung knüpft an die Arbeit des Zukunftsausschusses aus dem Jahr 2023 an. Ende 2023 hatten Kinder der Bertha von Suttner Schule ihre Anliegen im Ortsbeirat vorgestellt und damit den Anstoß für ein eigenes Parlament gegeben. Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit und gemeinsam mit Jutta Kühn Mertens Koordinatorin des Projekts, sagte, es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie ernsthaft die Kinder ihre Rolle übernommen hätten. Sie hätten Verantwortung getragen und ihre Ideen mit großer Begeisterung umgesetzt.
Ortsvorsteher Hartmut Bohrer bezeichnete die Gründung des Kinderparlaments als historischen Moment für Wiesbaden. Die Themen des Parlaments reichen laut Becher von Klima und Mobilität bis zu Spiel und Freizeitangeboten. Das neue Gremium in Mainz Kastel solle als Vorbild für andere Stadtteile dienen.
Für die Vorbereitung der Sitzung dankten die Verantwortlichen dem Ortsbeirat Kastel, der Ortsverwaltung, den beteiligten Schulen und dem Kinder und Jugendzentrum in der Reduit sowie den Projektbeteiligten Jutta Kühn Mertens, Evelyn Erk und dem Smart City Dezernat.
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