Rudi Schmitt gestorben: Wegbereiter für Stadtentwicklung und soziales Engagement in Wiesbaden

Rudi Schmitt gestorben: Wegbereiter für Stadtentwicklung und soziales Engagement in Wiesbaden
Rudi Schmitt gestorben: Wegbereiter für Stadtentwicklung und soziales Engagement in Wiesbaden | Bild: Foto: Joachim B. Weber

Die Landeshauptstadt Wiesbaden trauert um Rudi Schmitt. Nach Angaben der Familie ist der ehemalige Oberbürgermeister am Freitag, 10. April, im Alter von 98 Jahren in seinem Haus friedlich verstorben. Die Stadt würdigte Schmitt als einen der prägenden Akteure der modernen Entwicklung Wiesbadens.

Politische Stationen und städtebauliche Arbeit

Rudi Schmitt begann seine politische Laufbahn nach einer Tätigkeit als Lehrer in Frankfurt, die er von 1946 bis zu seiner Wahl in den Hessischen Landtag 1954 ausübte. 1947 trat er der SPD bei. In Wiesbaden war er von 1960 bis 1968 als Stadtrat tätig. Dort verantwortete er unter anderem die Bereiche Schule und Sport und übernahm ab 1966 zusätzlich die Kulturdezernentschaft. Am 1. Februar 1968 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt. Dieses Amt übte er bis 1980 aus.

In den Jahren seiner Führung wurden nach Angaben der Stadt zahlreiche Bauprojekte realisiert. Schulen, Sporthallen und Bürgerhäuser seien angelegt oder erneuert worden. Schmitt habe sich zudem um die Stadtentwicklung, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, den Ausbau des Kur und Kongresswesens sowie um sozialen Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung verdient gemacht. Zu seinen Aufgaben zählte nach Darstellung der Stadt auch die Sicherung der Energieversorgung und der Aufbau städtepartnerschaftlicher Beziehungen.

Bundespolitische Tätigkeiten und Ehrenämter

Nach dem Ende seiner Amtszeit als Oberbürgermeister zog Schmitt über ein Direktmandat in den Deutschen Bundestag ein. Dort war er bis 1987 für zwei Legislaturperioden Mitglied. Zudem nahm er 1959 und 1984 als Mitglied an der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten teil.

Längerfristig engagierte sich Schmitt im Deutschen Roten Kreuz. Von 1967 bis 1988 führte er den Kreisverband Wiesbaden. Im Anschluss war er von 1988 bis 2001 Präsident des Landesverbands Hessen.

Ehrungen, Reaktionen und Abschied

Die Stadtverordnetenversammlung ernannte Rudi Schmitt am 18. Mai 1995 zum Ehrenbürger von Wiesbaden. Weitere Auszeichnungen umfassen die Ehrenplakette der Landeshauptstadt und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Oberbürgermeister Gert Uwe Mende würdigte Schmitt als einen wichtigen Gestalter der Stadt und betonte, dass Schmitt bürgernah, beharrlich und leidenschaftlich für Wiesbaden gewirkt habe. Mende erinnerte zugleich an den 98. Geburtstag, den Schmitt am 8. Januar gemeinsam mit Freunden gefeiert habe und bei dem er nach Worten des Oberbürgermeisters geistig präsent gewesen sei.

Die Familie bat darum, in Ruhe trauern zu können, und bat um Abstand von Medienanfragen. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden. Eine Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Ab Dienstag, 14. April, 10 Uhr, liegt im Foyer des Rathauses am Schlossplatz 6 für eine Woche ein Kondolenzbuch aus. An diesem Tag werden die Fahnenmasten am Rathaus mit Trauerflor versehen.

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